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Gabriele Rosano - im Zürisee Zeitungs-Interview

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AUF EIN GINGER ALE MIT GABRIELE ROSANO, SG HORGEN, HANDBALL

«Sushi-Preise sind gerechtfertigt»

Obwohl er italienische Wurzeln hat, schätzt Gabriele Rosano die asiatische Küche. Der bald 28-jährige Kreisläufer der SG Horgen bezeichnet sich als sehr loyal. Pünktlichkeit gehört jedoch nicht zu seinen Stärken.

Sie haben ein Ginger Ale bestellt. Was mögen Sie daran?

Gabriele Rosano: Den Ingwergeschmack. Früher konsumierte ich viele Süssgetränke wie Fanta oder Sprite. Dann schwor ich auf Wasser. Inzwischen gönne ich mir – wenns wärmer ist – gerne ein Ginger Ale; im Winter trinke ich oft Ingwertee.

Bleiben wir beim Kulinarischen: Was essen Sie gerne?

Ich mag fast alles, wenn es gut zubereitet ist. Besonders schätze ich die asiatische Küche, obwohl ich halber Italiener bin.

Welche Gerichte bereiten Sie selbst zu?

Wenn ich Zeit habe, koche ich gerne Curry-Gerichte. Auch an Sushi habe ich mich schon herangewagt. Der Aufwand ist aber sehr gross. Die hohen Preise dafür in Restaurants sind absolut gerechtfertigt. Dort bekommt man schliesslich eine grosse Auswahl.

Inwiefern achten Sie als Sportler auf die Ernährung?

Es gab Zeiten – so vor fünf Jahren –, da habe ich verschiedene Supplemente probiert und Unmengen Magerquark gegessen. Ich gehörte damals dem NLAKader von GC Amicitia an, besuchte sieben Mannschaftstrainings pro Woche und absolvierte die Krafteinheiten bei einem Personal Trainer in Seebach. Seit letztem Sommer fehlen mir dafür aber Zeit und Geld.

Womit bestreiten Sie Ihren Lebensunterhalt?

Bei PWC habe ich ein 20-Prozent- Pensum – mehr liegt neben meinem Studium in Wirtschaftsrecht an der ZHAW in Winterthur und dem Handball nicht drin. Um die Kosten tief zu halten, wohne ich noch bei meinen Eltern in Horgen.

Welchen sportlichen Grossanlass haben Sie als ersten bewusst wahrgenommen?

Mein Vater war ein grosser Fan von Inter Mailand. Deshalb habe ich mit ihm am Sonntag oft vor dem Fernseher Fussball geguckt. Manchmal sind wir aber auch ins Giuseppe-Meazza-Stadion gefahren, um live vor Ort zu sein. An den Uefa-Cup-Sieg von Inter 1998 erinnere ich mich noch gut, gerne habe ich in jener Zeit auch die italienische Nati – die damals noch besser war – verfolgt.

Wie sind Sie zum Handball gekommen?

Ich habe verschiedene Sportarten ausprobiert, bin geschwommen, habe Wasserball gespielt, Judo gemacht und einen Schulsportkurs Unihockey besucht. Zudem kickte ich im FC Horgen. Meine beiden älteren Schwestern spielten im HC Horgen, so fand ich schliesslich zum Handball. Ich brachte damals etwas viel Gewicht auf die Waage, was aber eher ein Vorteil war.

Welches war Ihr schönster Moment im Sport?

2009 wurde ich mit den U21-Junioren der GAN Foxes Schweizer Meister. Das war sehr emotional. In jüngerer Vergangenheit zählt der erste Sieg mit Horgen über Möhlin zu den Highlights.

Und welches war die grösste Enttäuschung?

Der Abstieg mit Horgen 2010 aus der Nationalliga B trotz 21 Punkten. Wir gewannen in der letzten Runde in Steffisburg, weshalb vier Teams punktgleich waren. Wir mussten wegen der um elf Tore schlechteren Tordifferenz als Altdorf in den sauren Apfel beissen.

Weshalb sind Sie als Ur-Horgner für GC Amicitia lizenziert?

Nach jener Abstiegssaison brauchte ich eine Handballpause. Zudem rückte ich als Infanterieaufklärer in die RS nach Liestal ein. Dani Hauser rief mich an, um mich für das Erstligateam der Albis Foxes zu gewinnen. Ich liess mich überreden und blieb in der Stadt hängen. Weil Horgen mit GC Ami eine Spielgemeinschaft bildet, ist das kein Problem.

In der Saison 2011/12 kamen Sie bei GC Amicitia zu einigen Einsätzen in der Nationalliga A.

Weshalb konnten Sie dort nicht Fuss fassen?

In der Vorbereitung zwickte es mich im Rücken. Trotz zweier MRI wurde die Ursache nicht gefunden. Das war für mich schwierig, denn im Team mit vielen Kollegen aus Juniorenzeiten fühlte ich mich eigentlich wohl. Vor der Rückrunde wurde Wädi Müller als Trainer durch Arno Ehret ersetzt. Ich wurde wegen meines Trainingsrückstands in die NLB degradiert.

Da schwingt Bedauern mit.

Ich hätte gerne mein ganzes Potenzial in der Nationalliga A ausgeschöpft und geschaut, wie weit es reicht. Dafür konnte ich nachher ins Ausland reisen. Die NLB entspricht sicher eher meinem Niveau.

Mit welchen Erwartungen nehmen Sie das Seederby gegen die Lakers Stäfa in Angriff?

Ich hoffe schwer, dass wir länger mithalten können als im Hinspiel, das wir 24:36 verloren haben. Bis zur Pause lagen wir nur zwei Tore zurück, leisteten uns dann aber zehn schwache Minuten, und die Lakers zogen gnadenlos davon. Stäfa ist am Samstag zwar Favorit, und wir tun uns eine Woche nach einem Sieg meist schwer, wollen aber nichts unversucht lassen.

Wie lange brauchen Sie morgens vor dem Spiegel?

Am Morgen wenig. Im Winter ziehe ich eh eine Kappe an, sonst brauche ich fünf Minuten für die Frisur.

Mit welcher Person würden Sie gerne für einen Tag tauschen?

Mit dem US-Basketballer LeBron James. Ich stelle mir das Leben als NBA-Star toll vor. Im Training spiele ich zum Aufwärmen aber lieber Fuss- statt Basketball.

Welche Person bewundern Sie?

Meinen ehemaligen Mitspieler Kay Egger. Er arbeitet auch bei PWC, ist ein herzlicher Mensch, auf dem Feld aber sehr extrovertiert.

Wie sieht für Sie ein perfektes Wochenende aus?

Mittlerweile mit viel mehr Schlaf, obwohl ich im Gegensatz zu vielen Kollegen nie lange ausschlafe. Lässig finde ich ein Skiweekend mit Leuten, die ich mag. Da gehört dann ein feiner Brunch dazu.

Wo und mit wem verbringen Sie Ihre nächsten Ferien?

Mit meiner Freundin. Da sie die Lehre in einem Reisebüro gemacht hat, haben wir in Europa schon viel gesehen, und ich mache nur ungern Dinge zweimal. Wahrscheinlich zieht es uns im Sommer in den Mittelmeerraum. Auf dem Plan haben wir zudem eine längere Reise durch Südamerika.

Ihr Lieblingssong?

Früher habe ich viel R& B und Hip-Hop gehört. Jetzt tendiere ich mehr zu Electronica. Ich lasse mich über Soundcloud berieseln, die Interpreten könnte ich jeweils nicht nennen. Schöne Erinnerungen an meinen dreimonatigen Sprachaufenthalt in Vancouver 2013 verbinde ich mit «Don’t Stop Believin’» von Journey.

Ihr Lieblingsfilm?

Ich mag Science Fiction, aktuell etwa «Arrival». Weil ich oft ins Kino gehe, wird es manchmal schwierig, wenn ich mit Kollegen eine DVD schauen will, bei jedem Vorschlag aber sagen muss, den hab ich schon gesehen.

Ihr Lebensmotto?

«Clear your mind of can’t» von Samuel Johnson. Ein Poster mit diesem Spruch hing im Gym meines Personaltrainers, und ich habe es als Hintergrundbild auf Facebook. Man soll etwas probieren und nicht denken, es gehe eh nicht.

Was ist Ihr grösstes Laster?

(lacht) Ich bin nicht immer so pünktlich.

Und welches ist Ihre beste Eigenschaft?

Ich bin ein sehr loyaler Mensch.

Was macht Sie glücklich?

Zeit mit meinen Liebsten zu verbringen. Momentan habe ich es im Studium sehr streng. Neben dem Handball bleibt kaum mehr Zeit.

Was ärgert Sie?

Wenn ich jemandem schreibe, und es dauert ewig, bis er antwortet. Vor allem, weil man bei Whatsapp ja sieht, dass jemand die Nachricht schon vor Stunden gelesen hat.

Was machen Sie in zehn Jahren?

Dann werde ich kaum mehr Handball spielen. Dafür habe ich mich beruflich wohl gefestigt.

Interview: David Bruderer

«Die Nationalliga B entspricht sicher eher meinem Niveau.»

Gabriele Rosano

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