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Spielbericht - NLB : HC GS Stäfa - HC Horgen

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Zürichsee Zeitung

Stäfa doppelt so gut wie Horgen

Stapfer versucht die Kanterniederlage abzuwenden – leider ohne Erfolg

Der NLB-Leader schickt die Linksufrigen mit einer 32:16-Packung zurück über den See
In der Vorrunde hatte GS Stäfa gegen Horgen 37:23 gewonnen. Im zweiten Seederby der Saison war die Überlegenheit der Rechtsufrigen noch eklatanter. Die Gelbschwarzen siegten völlig verdient 32:16.

Ob Stäfa – wie das Resultat suggeriert – wirklich doppelt so gut sei wie Horgen, wollte Markus Jud nicht kommentieren. «Aber ich hätte nie gedacht, dass sie es uns so leicht machen würden », konstatierte der Trainer Stäfas nach Spielschluss verblüfft. Keine einzige Strafe hatten die Gäste in der ersten Halbzeit kassiert. Predrag Milicic bezeichnete die Verteidigung der Horgner dennoch als unangenehm. Das teils überharte Einsteigen wurde von den Schiedsrichtern aber toleriert.

Trotzdem vermochten die Linksufrigen den Stäfnern den Schneid nicht abzukaufen – im Gegenteil. Als HCHTrainer Peter Schaudt in der 10. Minute ein Time-out nahm, lag sein Team 0:5 zurück. Sie seien wie gegen eine Wand gelaufen, meinte Thomas Stapfer. Der durch eine Ellbogenverletzung sichtlich handicapierte Rückraumspieler erzielte nach 20 Minuten mittels Gegenstoss erst den dritten Horgner Treffer, die Gastgeber hatten bis zu diesem Zeitpunkt bereits elf Mal getroffen. Die Partie war entschieden. «Wir sind in einem Formtief, nichts passt zusammen», sagte Stapfer enttäuscht. Topskorer Laurenz Reiser etwa blieb ohne Torerfolg.


Reiser wird gestoppt

Auch Manndeckung half nicht
«Wichtig war, dass wir von Anfang an Distanz schaffen konnten», analysierte Markus Jud. Horgen als Stimmungsmannschaft habe so nie Lunte gerochen und sich bald geschlagen gegeben. «Wir konnten für die Defensive sogar zwei Spieler wechseln, ohne dass Horgen daraus Profit schlug.» Einzig mit der nach dem Horgner Time-out auf Milicic verordneten Manndeckung vermochten die Gäste den Spielfluss des Leaders etwas zu bremsen. «Darauf müssen wir uns besser einstellen», gestand Jud, der diese gegnerische Massnahme nach dem Ausfall von Distanzschütze Jimmi Riis (Schulteroperation) vermehrt erwartet. Mit Sandro Grimm sprang im linken Rückraum ein junger Stäfner – er feiert heute Montag seinen 21. Geburtstag – in die Bresche, der bis anhin nur wenig Einsatzzeit erhalten hatte. Obwohl der Sieger früh feststand, kam das Publikum auf seine Kosten. Predrag Milicic etwa gelang unter arg erschwerten Umständen ein Fliegertor, dem 33-Jährigen hing Manuel Gürber wie ein Rucksack am Rücken. Ebenfalls Milicic war es, der Jonathan Pulver mit einem Backhandpass lancierte. Und Yves Petrig, der nach überstandener Meniskusverletzung sein Comeback gab, boxte den Ball bei einem Fliegerversuch wie ein Faustballer in die Maschen.


Peci beim Sprungwurf

Comeback von Marco Foletti
Bei Stäfa nahm mit Marco Foletti ein neues, altbekanntes Gesicht auf der Bank Platz. Der Rückraumspieler hatte sich 2003 die Patellasehne im linken Knie gerissen. Erst drei Jahre später gab er in Stäfa sein Comeback. Im Frühling 2007 stoppte ihn eine entzündete Patellasehne – diesmal im rechten Knie. Auf diese Saison hin hätte Foletti wieder einen Anlauf nehmen wollen. Die Knieschmerzen waren aber schon nach wenigen Einheiten zu stark.

«Inzwischen bin ich beschwerdefrei», frohlockt der ehemalige Mister-Schweiz-Kandidat, der in den Trainings 1:1-Situationen noch meiden muss. Ernstkämpfe sind deshalb derzeit nicht möglich. Trainer Markus Jud wollte Foletti aber Matchatmosphäre schnuppern lassen. In der 54. Minute beorderte er ihn für einen Penalty, den der 27-Jährige zum 29:14 verwandelte, sogar aufs Feld. «Wir wollen nichts riskieren und sind froh, wenn Marco in der Finalrunde unsere Deckung verstärken kann», dämpft Jud die Euphorie. Das Einzige, was in der Frohberg-Halle beim vierten Derbysieg in Folge aus Sicht der Gastgeber nicht richtig funktionierte, war die Akustik. Das Pfeifen der Lautsprecheranlage bei der Vorstellung der Spieler blieb aber der einzige Misston im grandiosen Konzert des Tabellenführers.

Quelle und © Zürichsee-Zeitung


Matchtelegramm

Nationalliga B: GS Stäfa - HC Horgen 32:16 (17:6)
Frohberg: 380 Zuschauer
Schiedsrichter: Frei/Oswald
Torfolge: 5:0, 5:1 (10.), 8:1, 11:2, 13:3, 14:6, 17:6; 20:8, 20:10, 22:12, 27:12, 30:14, 32:16
Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Stäfa, 4-mal 2 Minuten gegen Horgen
Stäfa: Ryffel/Perisa (ab 46.); Foletti (1/1), Füglister (2), Pulver (1), Petrig (3), Maag (2), Michel, Siegenthaler (2), Milicic (8/2), Grimm (3), Jud (10/2), Brunner, Bleuler.
Horgen: Anderes/Ante (bis 13. und für 1 Penalty); Rosano, Schüpbach (3), L. Reiser, Gürber (1), Stapfer (5), Hegetschweiler (1), Peci, C. Reiser, Kuhn (6/3), Graf, Kaufmann.
Bemerkungen: GS Stäfa ohne Bosshard und Riis (beide verletzt), Mächler (Junioren). Horgen ohne Mackintosh (verletzt). Erster Kurzeinsatz in dieser Saison von Marco Foletti für einen Penalty. 23. L. Reiser wirft Penalty darüber. 39. Ryffel hält Penalty von C. Reiser. 56. Kuhn übertritt bei Penalty. Time-outs: Stäfa (20./11:2; 5./31:15), Horgen (10./5:0).

 

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